AMD Bulldozer Plattform Technologie Präsentation
by
Maskulin





 

Nicht nur Intel hat 2011 eine neue Prozessorarchitektur vorgestellt, sondern auch AMD wird im diesem Jahr eine ganze neue Architektur bei seinen Desktop- und Server Prozessoren vorstellen. Die neue Architektur trägt den Codenamen "Bulldozer" (oder auch Bully genannt) und wird wohl der größte Schritt seit vielen vielen Jahren bei AMD werden.
Die K10 Phenom und Phenom II Architektur der vergangenen Jahre sorgte bei AMD intern für einige Probleme und in Sachen Leistung sowie Abwärme war man der Konkurrenz Intels unterlegen. all dies soll der Vergangenheit angehören und so entwickelte man eine völlig neue Architektur, die der größte Schritt seit dem Übergang vom Athlon XP zum Athlon 64 bei AMD darstellt.
Bulldozer soll AMD wieder an die Spitze bringen.


Doch was genau ist Bulldozer und wie ist er aufgebaut?

Dieses Review gibt einen Einblick in die Bulldozer Architektur und erklärt den Aufbau, die Plattform und die jeweiligen Modelle.

Bei erstellen dieses Review ist Bulldozer noch nicht erschienen, dennoch gibt es bereits vorab einige Details zu den neuen Prozessoren. Unsere alte Vorschau ist mittlerweile weit über ein Jahr alt und so wollen wir jetzt hier den finalen Überblick über Bulldozer Euch geben.

Fragen, Anregungen und Ergänzungen dürft ihr gerne hier im Thread stellen. Und nun viel Spaß!



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Bulldozer im Detail:



Bulldozer ist ein in 32nm SOI (Silicon On Insulator) gefertigter monolithischer Prozessor (alle ausführenden Einheiten in einem DIE), welcher im Desktop Bereich mit bis zu 8 Kernen (Zambezi) daher kommt und im Server Bereich mit bis zu 16 Kernen (Interlagos). AMD sieht in Bulldozer die neue High End Consumer Plattform, die direkt gegen Intels kommende Sandy Bridge E Riege für LGA2011 mit bis zu 8 Kernen/16 Threads antreten soll. Für die Mittelklasse bietet AMD parallel noch Llano mit integrierte IGP an, welche sich gegen die aktuellen Sandy Bridge Riege für LGA1155 richtet.
Bulldozer besitzt einen völlig neuen modularen Aufbau.
War es in der Vergangenheit immer einzelne Kerne, sind es bei Bulldozer erstmals "Module" die zum Einsatz kommen. Es können mehrere Module zusammen geschaltet werden um so mehr Kerne auf dem DIE unterzubringen. Pro Modul stehen dabei zwei Kerne zur Verfügung, die jeweils einen eigenen L1 Cache, vier Pipelines und einen Scheduler enthalten. Beide Kerne des jeweiligen Moduls teilen sich aber den L2 Cache, die Befehlsdekodiereinheit sowie die Einheit zur Berechnung von Gleitkommazahlen (128-Bit-FPU). Neu bei Bulldozer ist ein s.g. Datencache für jeden Prozessorkern, welcher als Puffer dient und 16 KB groß ist. Jedes Modul eines Bulldozer Prozessors kommt auf insgesamt 213 Millionen Transistoren.


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AMD setzt ein Modul mit einem echten Kern gleich. Der Vorteil liegt aber bei der Multi Thread Fähigkeit des Moduls. Denn im Gegensatz zu einem Kern, der nur einen Thread verarbeitet kann, kann AMDs module Bauweise zwei Threads verwalten. Intel bietet mit SMT bzw. Hyper Threading aber ebenfalls die Möglichkeit an, pro Kern zwei Threads verwalten zu können. Die modulare Bauweise bringt aber hier den entscheidenden Vorteil für Bulldozer, denn HT bzw. SMT hat keine eigenen Ausführungseinheiten und muss sich alles mit dem echten Kern teilen. Das hat den Nachteil, das dies maximal 25% Mehr- Leistung bringt. Bei Bulldozer liegt diese aber pro Modul bei ca. 80% und macht ihn damit zu einem der leistungsfähigsten Multi-Thread-Prozessorkernen aktuell. AMD nennt diese Technik im übrigen Core Multithreading.



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Betrachtet man nun die modulare Bauweise mit zwei Kernen und vergleicht diese mit einem echten Zwei Kerner, zeigt sich ein weiterer Vorteil der modularen Bauweise. Diese verbraucht insgesamt 50% weniger Chipfläche.

Während SMT bzw. HT öfters den Effekt hat, zu bremsen, ist dies kein Nachteil von Bully Prozessoren. Daher ist auch das mit Windows 7 eingeführte "SMT Parking" für Bulldozer unwichtig.


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Werden mehr als 2 Kerne benötigt, lässt sich ein weiteres Modul hinzufügen und so kommt Bully dann auf 4 und mehr Kerne. Egal wie viele Module aber zum Einsatz kommen, alle Module teilen sich den L3 Cache, den Speicher-Controller und den Bus-Controller.

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Beim L1 Cache ist alles beim alten geblieben. Pro Modul werden weiterhin 64 KB verbaut werden. Es wird ein Zwei-Wege System verbaut werden, eins pro Kern eines Moduls. Der L2 Cache bei Bulldozer wurde aber ggü. dem Vorgänger (Thuban) deutlich vergrößert. Im Falle des Topmodells stehen Bully nun bis zu 8 MB zur Verfügung. Das ist auch nötig, da der L2 Cache nun zwei Kerne pro Modul bedienen muss, während bei Thuban jeder Kern seinen eigenen L2 Cache hatte. Ebenfalls erhöht wurde auch der L3 Cache (von 6 MB auf 8 MB).

Eine Verbesserung innerhalb des Cache- Systems ist die neue Cache- Verwaltung. Bulldozer Prozessoren können einen s.g. "Miss"im L1 Cache (benötigte Daten für die Berechnung die nicht im L1 Cache liegen) erkennen und diese durch sofortiges Nachladen aus z.B. dem L2 Cache ausgleichen, ohne das Leistung verloren geht.

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Erstmals wird bei Bully auch ein s.g. Trace-Cache und ein Redirect Recovery Cache verbaut werden.
Erster greift bei falsch vorhergesagten Sprüngen ein und stellt den Pfad zu den zu dekodierten Befehlen wieder her. Letzterer greift ein, wenn das Dekodieren der Befehle bereits erfolgt war.

Ebenfalls deutlich überarbeitet wurde der Translation-Lookaside-Buffer (TLB; in Erinnerung an "TLB-Bug", welcher im L1-ITLB und im L1-ITLB nun mehr Einträge enthält.

In Sachen verbauter x86 Dekoder gibt es auch eine kleine Neuerung: So kommen nun vier statt drei Dekoder zum Einsatz, die alle samt mehrere Befehle gleichzeitig verarbeiten können (pro Dekoder wohl zwei Befehle).


AMD verbaut bei Bully erstmals einen DDR3-1866 (PC3-15000) Speichercontroller mit zwei 64-Bit Kanälen (Dual Channel). Beim Vorgänger gab es nur DDR3-1333 Support.

Bulldozer unterstützt alle bisherigen x86 Befehlssätze inkl. SSE4.1- und SSE4.2, aber erstmals auch den neuen AVX- Befehlssatz (Advanced Vector Extensions), welcher mit Intels Sandy Bridge eingeführt wurde. Im Gegensatz zu Intel verwendet AMD aber eine eigene Codierung. AVX beschleunigt entsprechenden Berechnungen ggü. SSE um den Faktor 2.
Das AVX Feature erfordert auch den Einsatz von Physical Register Files, welche auch bei Bulldozer zum Einsatz kommen. Insgesamt zwei Physical Register Files verbaut AMD hier. Diese stehen in Verbindung mit dem neuen AVX Befehlssatz und speichern lokal entsprechende Integer- und Gleitkomma-Operationen. Diese können dann jederzeit wieder aufgerufen werden und so verhindern so ein unnötiges ansteigen von Speicherbrandbreite.

Die von Sandy Bridge bekannte AES-Verschlüsselungsmethode ist ebenfalls bei Bulldozer erstmalig dabei. Damit ist nun auch Bulldozer "up-to-date" was x86 Erweiterungen betrifft.

 





TurboCORE 2.0:

Nicht nur Intel führte den Turbo Mode 2.0 mit Sandy ein, auch AMD wird einen neuen Turbo Mode, genannt TurboCORE 2.0, mit Bully einführen. Größte Neuerung ist auf den ersten Blick die gestiegene Frequenz des Übertaktens. Konnten Phenom II X6 Modelle sich nur maximal 400 Mhz höher übertakten, wird diese bei Bulldozer auf 500 Mhz erhöht. So kann Bulldozer im Falle des Topmodells mit bis zu 4 Ghz takten. Aber es geht trotzdem noch höher. So erlaubt AMD gar bis zu 1 Ghz, wenn nur die Hälfte der verbauten Kerne genutzt werden.



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Auch die Erkennung der Notwendigkeit des Übertaktens wurde geändert. TurboCORE 2.0 richtet sich nach der Abwärme und nicht nach der Temperatur des Prozessors. So soll in wärmeren Räumen weiterhin die optimale Nutzung von TurboCORE 2.0 gewährleistet sein.

AMD betont, das in keinem Fall die maximale TDP überschritten wird. Um dies zu gewährleisten wird weiterhin das CoolSpeed Feature verbaut, welches bei Übersteigen der maximalen TDP eingreift und den Prozessor runter taktet.


Der Benutzer kann erstmals den Turbo Mode selbst festlegen. Dazu bietet AMD drei verschiedene Modis an:

- Highest Performance-Modus
- Balanced Platform
- Lowest Power


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In wie weit Bulldozer Prozessoren im jeweiligen Modus takten, wurde noch nicht von AMD offen gelegt. Dies wird wahrscheinlich erst bei der offiziellen Vorstellung passieren.

 





Bully's TDP und Energiesparmechanismen:

Nicht nur in Sachen Leistung hat sich was getan bei Bulldozer, nein auch in Sachen Energieeffizienz. Während AMD mit den Phenom II Prozessoren bei steigendem Takt immer mehr Probleme mit der Abwärme bekommen hat, folgte mit Bulldozer endlich die Umstellung auf den 32nm Prozess. Dies und die neuen Stromsparfeatures von Bulldozer machen ihn wesentlich effizienter ggü. den Phenom II Prozessoren.

Die maximale TDP beträgt bei Bulldozer 125 Watt, im Falle des Topmodells. Das sind schon mal 10 Watt weniger als das bisherige Phenom II Flaggschiff - bei gleichzeitig deutlich mehr Rechenleistung. Hier grüßt die 32nm Fertigung. Bei Prozessoren mit etwas weniger Takt sinkt die TDP bei Bully auf 95 Watt und liegt damit in einem guten Bereich.

Niedrigere Werte werden vorerst nicht erreicht. Bulldozer ist der erste AMD Chip in 32nm. Mit zunehmender Verbesserung der 32nm Fertigung dürfte auch die Effizienz nochmals besser werden. Die Zukunft wird zeigen, in wie weit AMD hier noch Fortschritte macht.


Die anliegende Spannung bei Bulldozer Prozessoren wurde ebenfalls verringert, was wieder auf die 32nm Fertigung zurückzuführen ist. Bisherige Phenom II Prozessoren hatten eine hohe Spannungsstärke, die oftmals über 1,40 Volt betrug. Bulldozer Prozessoren laufen innerhalb einer Spannungsstärke von 0,8 bis 1,3 Volt. Weniger Spannung bedeutet immer, längere Lebenszeit, weniger Abwärme und weniger Temperaturen.

Eine neue Stromspartechniken gibt es ebenfalls: Powergating (C6-Modus), welche Konkurrent Intel schon seit Jahren erfolgreich einsetzt.



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Dieses Feature sorgt für die Deaktivierung einzelner Bereiche von Bully Prozessoren. Es kann aber bei Bully nicht nur die Kerne oder Caches (inkl. L3 Cache) abschalten, sondern auch ganze Module von der Stromversorgung trennen.
Wird dagegen wieder nach Leistung verlangt, aktiviert Powergating unverzüglich die deaktivierten Kerne/Module wieder.

Laut AMD offiziellen Angaben verbraucht ein Bulldozer Prozessor ungefähr 95 Prozent weniger Strom im Idle als bisherige AMD Prozessoren, was vor allem auf Powergating zurückzuführen ist. Damit rückt AMD auch in Sachen Stromaufnahme ganz nah an Intel ran.

Powergating und die TurboCORE 2.0 Technologie arbeiten eng zusammen, um so das optimale Ergebnis aus Sicht Throttle/Last zu erreichen.

Weiterhin verbaut wird AMDs PowerNow! Technik (Speedstep Konkurrent) sowie eine Power Control Unit nach dem Vorbild Intels, welche den Energieverbrauch in Echtzeit ausließt und so einzelne und stark ausgelastete Kerne zum Übertakten durch die TurboCORE 2.0 Technologie freigibt.



 



Übertakten:

Während Intel bei Sandy Bridge das übertakten erschwert hat, gibt es bei AMD wie immer vollen Umfang in Sachen Übertakten. Bulldozer Prozessoren können sowohl über den HT- Referenztakt wie auch über den freien Multiplikator übertaktet werden.
Wie viel Spielraum Bulldozer Prozessoren aber nach oben hin noch haben, lässt sich derzeit schwer einschätzen. Erst erste Tests werden zeigen was noch möglich ist nach oben.





Sockel AM3 und Sockel AM3+:

Mit Release von Bulldozer wird es auch einen neuen Sockel geben, auf den Bulldozer setzen wird. Der Sockel AM3+ unterscheidet sich dabei nur geringfügig vom aktuellen AM3 Sockel. Während letztere auf insgesamt 941 Pins kommt, bietet AM3+ einen Pin mehr und somit 942 Pins an. Außerdem hat der neue Sockel eine andere Farbe. So erstrahlt der neue AM3+ in schwarz, während der Vorgänger noch in weiß erstrahlte. Wie bei bisherigen AMD Prozessoren werden die Pins aber an der CPU befestigt und nicht wie bei Intels LGA Riege im Sockel selber. Doch obwohl es einen neuen Sockel gibt, laufen Bulldozer Prozessoren auch unter dem aktuellen und bald älterem Sockel AM3, auch wenn AMD aber explizit von einem Einsatz unter AM3 absieht.

Die Gründe nennt AMD wie folgt:

- größerer Durchmesser der Löcher für die Pins der CPU unter AM3+
- andere (größere) Spannungsversorgung (Voltage Identification) von AM3+
- höhere Stromstärke von AM3+
- neues Combo Cooler Retention Modul (CPU Kühlerbefestigung) unter AM3+


Die Mainboardhersteller wie Gigabyte, Asus, MSI und Co. bieten aber trotzdem Bios Updates für AM3 Platinen an, damit Bulldozer Prozessoren unter AM3 Boards laufen.

Umgekehrt ist es möglich, eine AM3 CPU unter AM3+ laufen zu lassen, auch wenn dann ein Pinloch unbenutzt bleibt.

In Sachen Chipsätze gibt es ein ähnliches Bild. Alle aktuellen AMD 800 Chipsätze sind grundsätzlich Bulldozer kompatibel, dennoch wird AMD auch neue Chipsätze präsentieren, die AMD 900 Serie.
Bulldozer läuft also sowohl unter AMD 800 wie auch unter AMD 900 Chipsätzen. Details zu den neuen Chipsätzen weiter unten.



 


Bilder von Bully:

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(Bully DIE)

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(Bulldozer 8 Core Retail Verpackung)

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(Bulldozer 4 Core Retail Verpackung)



The Future ist Bulldozer:

In Sachen Consumer High End ist Bulldozer ein enorm wichtiger Schritt AMDs. Die Bulldozer Architektur soll für die nächsten Jahre die Basis sein und stetig verbessert werden.



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Schon im nächsten Jahr soll das erste Update in Form von "Bulldozer Enhanced" vorgestellt werden. Hier soll es dann bis zu 10 Kerne im Consumer Bereich geben und bis zu 20 Kerne im Server Bereich. Außerdem bekommt Bulldozer dann einen integrierten PCI Express Controller (3.0) sowie einen möglichen Triple Channel Speichercontroller im Desktop Sektor. Bulldozer Enhanced wird weiterhin in 32nm gefertigt werden.

Ein Jahr später soll "Bulldozer Next-Gen" folgen. Details hierzu gibt es noch nicht.

 





Bulldozer Modelle und Taktraten:


Startmodelle:


Modell: FX-8130P
Takt: 3,5 GHz (Turbo: 4,0 Ghz)
Kerne: 8
L2 Cache: 8 MB
L3 Cache: 8 MB
TDP: ca. 125 Watt
Besonderheiten: freier Multiplikator




Modell: FX-8110
Takt: (noch nicht bekannt)
Kerne/Threads: 8
L2 Cache: 8 MB
L3 Cache: 8 MB
TDP: ca. 95 Watt
Besonderheiten: freier Multiplikator




Modell: FX-6110
Takt: (noch nicht bekannt)
Kerne/Threads: 6
L2 Cache: 6 MB
L3 Cache: 6 MB
TDP: ca. 95 Watt
Besonderheiten: freier Multiplikator




Modell: FX-4110
Takt: (noch nicht bekannt)
Kerne/Threads: 4
L2 Cache: 4 MB
L3 Cache: 4 MB
TDP: ca. 95 Watt
Besonderheiten: freier Multiplikator




Künftige Modelle:


Modell: FX-8170
Takt: noch unbekannt
Kerne: 8
L2 Cache: 8 MB
L3 Cache: 8 MB
TDP: ca. 125 Watt
Besonderheiten: freier Multiplikator



Modell: FX-8120
Takt: noch unbekannt
Kerne: 8
L2 Cache: 8 MB
L3 Cache: 8 MB
TDP: ca. 125 Watt
Besonderheiten: freier Multiplikator



Modell: FX-6120
Takt: (noch nicht bekannt)
Kerne/Threads: 6
L2 Cache: 6 MB
L3 Cache: 6 MB
TDP: ca. 95 Watt
Besonderheiten: freier Multiplikator



Modell: FX-4120
Takt: (noch nicht bekannt)
Kerne/Threads: 4
L2 Cache: 4 MB
L3 Cache: 4 MB
TDP: ca. 95 Watt
Besonderheiten: freier Multiplikator



Wie man anhand den Modellnummern gut sehen kann, ist noch reichlich Luft nach oben. Theoretisch könnte AMD in Zukunft einen FX-8190P bringen, der dann deutlich über 4 Ghz takten dürfte und mit TurboCORE gar die 5 Ghz erreichen könnte. Ob das die 32nm Fertigung aber zulässt, ist eine andere Frage.

So oder so ist Bully auch was die Taktraten angeht, noch am Anfang. Wie weit Bulldozer Prozessoren noch takten werden, wird interessant zu sehen sein. AMD könnte dem Beispiel IBM folgen, deren PowerPC Prozessoren ebenfalls mit 5 Ghz und mehr takten.

Bulldozer steht also nach wie vor noch am Anfang seiner Möglichkeiten.





Bulldozer Chipsätze/Plattform:

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Mit Release von Bulldozer wird AMD auch eine neue Plattform sowie neue Chipsätze einführen. Basis ist die neue Scorpius Plattform mit seinen AMD 900 Chipsätzen.

Die neuen 900-er Chipsätzen unterteilen sich in folgende Chipsätze: AMD 990FX (High End), AMD 990X (Mittelklasse) und AMD 970 (Einsteiger). Die Änderungen ggü. dem Vorgänger im Form der AMD 800 Serie sind minimal. Größte Änderung bildet die interne Anbindung der Prozessoren über den Hyper Transport (HT). Bulldozer Prozessoren verfügen erstmals über das neue HT 3.1 Protokoll, welches eine Frequenz von bis zu 3,2 Ghz erreicht. Die maximale Bandbreite steigt von
41,6 GByte/s auf 51,2 GByte/s.

Im einzelnen sieht es wie folgt aus:


Modell: AMD 990FX
HT Protokoll: HT3.1 (bis zu 3,2 Ghz)
Southbridge: SB950

PCI Express Lanes: 42 (PCI Express 2.1)
TDP: unter 20 Watt
Besonderheiten: AMD Crossfire X, Nvidia SLI, 2x 16 Lanes im Dual GPU Betrieb, 1x 16 und 2x 8 Lanes im Triple Multi GPU Betrieb


Modell: AMD 990X
HT Protokoll: HT3.1 (bis zu 3,2 Ghz)
Southbridge: SB950

PCI Express Lanes: 40 (PCI Express 2.1)
TDP: unter 20 Watt
Besonderheiten: AMD Crossfire X, Nvidia SLI, 2x 8 Lanes im Dual GPU Betrieb


Modell: AMD 970
HT Protokoll: HT3.1 (bis zu 3,2 Ghz)
Southbridge: SB950 oder SB920

PCI Express Lanes: 22 (PCI Express 2.1)
TDP: ca. 13 Watt
Besonderheiten: AMD Crossfire X, 2x 8 Lanes im Dual GPU Betrieb




Wie auch bei den Vorgängern kommt auch unter Scorpius Plattform weiter eine klassische North- und Southbridge zum Einsatz. Den Weg Intels, die Northbridge in die CPU zu integrieren, beschreitet AMD mit Bulldozer noch nicht. Die Verbindung untereinander übernimmt weiterhin das A-Link Express 3.0 Interface, welches bis zu 4 Gb\s erreicht.


Auf den neuen AMD 900 Chipsätzen wird es auch zwei neue Southbridges geben, die SB950 sowie die leicht abgespeckte Version SB920. Während die SB950 bei allen drei Chipsätzen verbaut werden darf, sieht AMD die SB920 nur beim Einsteiger Chipsatz AMD 970 vor. Auch hier sind die Unterschiede zu den Vorgängern eher gering. Im Detail sieht es so aus:


Modell: SB950
Fertigung: 65nm
PCI-Express-2.0-Ports: 4
SATA Anschlüsse: 6x SATA 3
RAID-Modis: 0, 1, 5, 10

USB: 14× USB 2.0 und 2x USB 3.0 (USB 3 über Zusatzchip)
Besonderheiten: HD- Audio, Ethernet, Firewire



Modell: SB920
Fertigung: 65nm
PCI-Express-2.0-Ports: 2
SATA Anschlüsse:
6x SATA 3
RAID-Modis: 0, 1, 10
USB: 14× USB 2.0 und 2x USB 3.0 (USB 3 über Zusatzchip)
Besonderheiten: HD- Audio, Ethernet, Firewire



Damit Bulldozer auch genügend Grafikpower zur Verfügung gestellt bekommt, empfiehlt AMD zudem Einsatz der eigenen AMD Radeon HD 6900 Serie in Verbindung mit einem Bulldozer Prozessor auf der Scorpius Plattform.


Mittlerweile haben erste Boardpartner ihre neuen Bulldozer Platinen mit AMD 900 Chipsätzen präsentiert. Hier nun ein paar der begehrten Bulldozer Platinen mit dem Topchipsatz 990FX:




Asrock 990FX Extreme4:

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Asus Crosshair V:

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Asus M5A99X EVO:

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Asus Sabertooth 990FX:

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ECS A990FXM-A:

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Gigabyte GA-990FXA-UD5:

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Gigabyte GA-990FXA-UD7:

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MSI 990FX-GD65:

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MSI 990FX-GD80:

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Bulldozer Preise und Release:

FX-8130P - 320 US Dollar - Q3 2011
FX-8110 - 290 US Dollar - Q3 2011
FX-6110 - 240 US Dollar - Q3 2011
FX-4110 - 190 US Dollar - Q3 2011



FX-8170 - Preis noch unbekannt - Q4 2011/Q1 2012
FX-8120 -
Preis noch unbekannt - Q4 2011/Q1 2012
FX-6120 - Preis noch unbekannt - Q4 2011/Q1 2012
FX-4120 - Preis noch unbekannt - Q4 2011/Q1 2012




Persönliches Fazit:

AMDs Bulldozer ist ein wichtiger und lang erwarteter Schritt nach vorne, der zumindest auf dem Papier einen sehr guten Eindruck hinterlässt. AMD war in Zugzwang nach den eher durchwachsenen Phenom I und Phenom II Zeiten. Es scheint als ob AMD zumindest in der Theorie alles richtig gemacht hat.

Bulldozer bietet ein ganz anderes Design, neue Eigenkreationen und diverse Verbesserungen. Auch Features von Konkurrenten wie SMT bzw. HT wurden nicht nur kopiert, sondern auch verbessert.

Der Nachteil AMDs könnte die ganz neue Architektur sein, die erst am Anfang seiner Möglichkeiten steht. Für AMD heißt es jetzt, Erfahrungen sammeln und diese in Bulldozer Enhanced zu perfektionieren, um so wieder ganz vorne mit dabei zu sein. Was Bulldozer letztendlich in der Praxis leisten wird und wie schnell er ggü. seinem Konkurrenten Sandy Bridge E werden wird, kann man nicht sagen, aber selbst wenn AMD scheitern sollten, habe sie doch eine sehr gute Grundbasis geschaffen, die die nächsten Jahre über sich weiterentwickeln wird und so stetig an Performance zu nimmt.

Die Bulldozer Architektur bietet aber auch Nachteile: So ist eine hohe Grundtaktung nötig, damit Bulldozer Prozesoren ihr maximales Potential umsetzen können. Das Topmodell taktet zwar schon mit 3,5 Ghz ohne Turbo, aber hier ist noch Luft für mehr. Es wird interessant zu sehen sein, wie die Taktraten sich bei Bully künftig weiter verhalten werden. Sollte es jemals einen 5 Ghz (mit Turbo) Bulldozer Prozessor geben, dürfte Intel mit Sandy- und Ivy Bridge nicht all zu viel entgegensetzen können.

Auch ein Faktor ist angepasste Software für Bulldozer. Hier wird sich zeigen, in weit die neue "Multi-Thread- Architektur" von Bulldozer greifen kann. Ob Bulldozer auch überzeugen kann, wenn mal nicht vier Kerne durch eine Software ausgenutzt werden, ist ebenso unklar und aktuell wohl der interessanteste Faktor, denn es gibt z.B. kaum Games, die mehr als 4 Kerne effektiv nutzen können. Ob Bully anfangs der perfekte Partner für Gamer werden wird, bleibt also noch im Dunkeln verborgen.

Auf jeden Fall lässt sich über Bulldozer folgendes sagen: Er ist wohl der leistungsfähigste Multi-Thread-Prozessorkern der Geschichte und somit ist AMD für die Zukunft schon mal optimal aufgestellt.




Bulldozer im Server Bereich

Neben den eigentlichen Desktop Prozessoren auf Zambezi Basis wird es auch noch Server Ableger geben, die als Opteron vermarktet werden. Diese sind vom Aufbau her identisch zur Desktop Version, kommen aber mit noch mehr Kernen und Modulen daher und bieten die Möglichkeit für einen Zusammenschluss mehrere Prozessoren in DP (Dual Prozessor)- und MP (Multi Prozessor) Systemen.

Zwei Versionen wird es von Bulldozer im Server Bereich geben: Interlagos mit bis zu 16 Kernen und Valencia mit bis zu 8 Kernen.

Interlagos erscheint für den aktuellen Sockel G34 mit 1974 Pins. Für diesen gibt es aktuell bereits die Opteron 6000 Serie mit bis zu 12 Kernen zu kaufen. Interlagos richtet sich an DP- und MP Systeme. Im Gegensatz zur Desktop Version
Zambezi besitzt Interlagos ein Quad-Channel Speicherinterface mit DDR3-1600 Support.

Valencia ist die Server Version für SP und DP Systeme, also der Ableger von
Zambezi für Server. Valencia erscheint mit 6 und 8 Kernen und setzt auf den aktuellen C32 Sockel mit 1207 Pins. Wie bei Zambezi gibt es auch hier ein Dual-Channel Speicherinterface, aber bei Valencia gibt es offiziell nur DDR3-1600 Support. Während Zambezi auf ein Sockel beschränkt ist, kann Valencia auch mit zwei Bulldozer Prozessoren kombiniert werden.






Bulldozer im Mobil Bereich



Auch wenn Bulldozer sich in diesem Jahr primär an Desktop Systeme richtet, wird diese Technik irgendwann auch im Mobil Bereich in Laptops umgesetzt werden. Noch sieht AMD dort aber den Llano Ableger vor, jedoch gibt es schon erste Aussagen drüber, das AMD mit Komodo in laufe von 2012 Bulldozer auch in Laptops integrieren will. Neuerungen sollen u.a. eine integrierte IGP sein, die es bei Bulldozer noch nicht gibt.

Noch aber gibt es keinerlei Fakten zu
Komodo.